Theater um Max Meyer und seinen Berater: Wer ist eigentlich dieser Roger Wittmann?

Vor nicht allzu langer Zeit hatte Roger Wittmann großen Einfluss auf Schalke: Als Spielerberater vertrat der Gründer und Geschäftsführer der Firma „Rogon Sportmanagement“ zeitweise die halbe Mannschaft des FC Schalke 04. Der Einfluss des 58-Jährigen schrumpfte in den letzten Jahren und wird wohl weiter abnehmen. Der Zwist zwischen Max Meyer und dem Verein macht aktuell europaweit Schlagzeilen – und demontiert nicht nur einen jungen Fußballspieler, sondern auch dessen Berater. Doch wer ist dieser Roger Wittmann eigentlich?

Roger-Wittmann

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Zum Hintergrund:
In den letzten 12 Monaten versuchte der FC Schalke 04 mit Max Meyer vorzeitig zu verlängern. Zuletzt gab es Anfang des Jahres ein verbessertes Angebot, das dem Vernehmen nach ein Jahresgehalt in Höhe von 5,5 Millionen Euro vorsah. Beide Angebote wurde von Max Meyer und seinem Berater Roger Wittmann nicht angenommen. Am Sonntag eskalierte dann die Situation:
Max Meyer hatte der Bild ein nicht-autorisiertes Interview gegeben, in dem er Schalkes Aufsichtsratsvorsitzenden und Sportvorstand Christian Heidel scharf kritisierte. Wenig später wurde bekannt, dass der 22-Jährige, dessen Vertrag auf Schalke im Sommer 2018 ausläuft, in der letzten Woche Cheftrainer Domenico Tedesco mitgeteilt hatte, dass er „mit Schalke abgeschlossen“ habe, er sich nicht mehr für seinen Arbeitgeber motivieren könne. Der Verein zeigte sich ob dieser Dreistigkeiten irritiert, die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Der Mittelfeldspieler flog aus dem Kader.

Wittmanns Firma berät um die 100 Fußballprofis, darunter Roberto Firmino, Luiz Gustavo, ein gewisser Julian Draxler, sowie Max Meyer und Thilo Kehrer. Auch die Ex-Schalker Eric-Maxim Choupo Moting und Kyriakos Papadopoulos betreut die Firma von Roger Wittmann. Zuvor befanden sich unter anderem auch Kevin Kuranyi und Jermaine Jones in Rogons Spieler-Portfolio.

Wie tickt Roger Wittmann?

Zimperlich scheint Roger Wittmann bei Vertragsverhandlungen nicht vorzugehen, geht es doch nach eigener Aussage um Provisionen in Höhe von fünf bis zehn Prozent des Jahresgehalts der Profis.

Schalkes Sportvorstand Christian Heidel verriet bei Sky, wie Roger Wittmann bei den Vertragsgesprächen mit Max Meyer zu Werke ging. „Wir müssen erst einmal feststellen, ob wir von dem gleichen Spieler sprechen. Ich spreche von dem Weltklassespieler Max Meyer, der bei jedem europäischen Verein Stammspieler wäre und wohl zur WM nach Russland fährt. Wenn wir vom gleichen Spieler sprechen, kannst du mir ein Angebot schicken“. Christian Heidel teilte die Einschätzung der sportlichen Leistungsfähigkeit Meyers nicht, gab aber dennoch ein „sehr gutes Angebot“, auf das es von Wittmann und Meyer keine Reaktion gab.

Wittmann ist ein knallharter Geschäftsmann. Keine schlechte Voraussetzung, um für seine Schützlinge – und nicht zuletzt für sich selbst – möglichst viel Kohle rauszuholen. Wie Wittmann tickt, kann man im Interview mit 11Freunde erfahren. Wittmann spricht darin, wie sich junge Fußballprofis „kapitalisieren“ sollten, von Marktpotenzialen und Win-Win-Situationen zwischen Spielern und Vereinen.

Zur Not wird der Ruf aufs Spiel gesetzt

Dass Letztere aber wohl keine größere Priorität genießen, musste jetzt der FC Schalke und zuvor auch der VfL Wolfsburg erfahren. Der Ex-Schalker Julian Draxler hatte 2016 – wie jetzt Max Meyer ebenfalls in der Bild – mit der Vereinsführung des VfL Wolfsburg abgerechnet, weil der Club die Frechheit besaß, Draxler nicht aus seinem gültigen Vertrag lassen zu wollen. Der VfL Wolfsburg sah sich gezwungen auf die Anschuldigungen mit einem offiziellen Statement Stellung zu beziehen. Auch das kommt einem bekannt vor.

Roger Wittmann sucht offenbar gerne die Medien – und die Bild-Zeitung -, um seine Ziele durchzusetzen. Der Ruf seiner Schützlinge? Im Zweifel vermutlich zweitrangig. Kohle vor Image scheint das Motto zu sein. Die verbale Offensive von Max Meyer fliegt dem 22-Jährigen und seinem Berater aktuell um die Ohren. Weder bei Fans, noch in den Medien kommt das kongeniale Gespann momentan auch nur ansatzweise gut weg.

Welches Ziel die Äußerungen von Max Meyer hatten? Völlig unklar! Und ob der Streit mit dem S04 einen ernst zu nehmenden negativen Effekt auf Max Meyer und seinen Berater hat, bleibt abzuwarten. Wir erinnern uns an Ousmane Dembélé, der zwar bei den meisten Fußball-Fans ziemlich unten durch ist, aber dennoch bestbezahlt Fußball spielen darf.

Wittmann berät auch Thilo Kehrer…

Bleibt die Frage, warum sich die Fronten zwischen Schalke und Wittmann so verhärten konnten. Christian Heidel hat eine mögliche Erklärung:

Apropos Thilo Kehrer: Dessen Vertrag läuft im nächsten Jahr aus. Wie sich dieses Thema entwickeln dürfte, wissen wir spätestens seit Max Meyer.

[Quelle: Schalke-News.de]

Über den Autor

Moritz @Fussballbuzz

Moritz ist der Chefredakteur von Fussballbuzz.de. Bereits seit 2006 bloggt er, seit 2010 auch über Fußball und seit 2017 bei Fussballbuzz.de.